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WE MOVE

Nik NOWAK, Sonja GERDES, Friederike HAMANN, Cyrill LACHAUER, Gabriel Rossell SANTILLAN, Timo KLÖPPEL, Daniel WINKLER, Wolfgang FÜTTERER, Moritz HIRSCH
curated by Heike Fuhlbrügge

3. Januar – 31. Januar 2009

Vernissage: Samstag, 3. Januar 2009, 19 h

English version

 

In der Ausstellung WE MOVE zeigen neun junge Künstlerinnen und Künstler, in den Medien Installationen, Skulpturen, Videos und Foto, ihre unterschiedlichen Positionen zum Thema Bewegung. In den Arbeiten werden grundsätzliche Fragen nach dem Wesen der Bewegung und die vielfältigen impliziten Konzepte in kulturellen Praktiken und Techniken aufgeworfen. Wichtigstes Element der Bewegung ist die Zeitdimension. Sie ist die Basis des Augenblicks, in der Dynamik hervortritt. Dieser Augenblick und seine Dynamik bezeichnet den Zwischenraum, bzw. die Spanne von Handeln und Ereignis, Bedeutung und Sinn. Bewegung kann nur geschehen, wo Einheit und Identität ist, argumentierte bereits Aristoteles (Physik, VII, 2. Kap., 243a), als er hinsichtlich seiner Aussagen zur Bewegung davon ausging, dass der Körper in seiner Bewegung nicht teilbar und der Raum statisch ist. Auch die innere Bewegung des Gemüts oder des Gefühls ist gemeint. Die Entstehung von Gefühlen und ihr Niederschlag in der Sprache, im Sinne von "aufgewühlt-sein" oder "gerührt-sein", gehören ebenso zur Dimension von Bewegung und Movement.

Gabriel Rossell Santillan, Reise nach Ägypten, 2008
Plexiglas, Wasserkocher, Diaprojektion

Nik Nowak, Sonja Gerdes und Moritz Hirsch zeigen Fahrgeräte, die außerhalb der Brauchbarkeit liegen. Die Arbeit "Baron Bass" (2008) von Nowak sieht aus wie ein zu groß geratenes Kinderfahrzeug oder geschrumpftes Wüstenfahrzeug, aus dem tiefe Basstöne herausquellen. Die Töne durchdringen alle Materie, versetzten sie in Schwingung. Molekularbewegung und physische Bewegung gehen hier in eins. Der Basston produziert Vibration im Betrachter und ist chiastisch, also verbindend zu verstehen. Visuelle und physische Bewegung vereinen sich. Sonja Gerdes "Haferflockentraumbaum für Pferde" (2008) setzt in ihrer Arbeit Traumwelten mit einem Kinderroller zusammen und verbindet darin die innere Bewegkraft der Fantasie mit einem Fortbewegungsmittel. Die Auto-Installation von Moritz Hirsch auf der Straße vor den Räumen der Galerie stellt einen Zusammenhang von öffentlichen Stadtraum und Ausstellungsraum her. Das Auto ist bei Hirsch ehemaliges Fahrzeug und Vehikel medialer Präsenz.

Timo Klöppel, Wo ist Russland, 2008, mixed media
Cyrill Lachauer, Bussard, 2008, Foto
Sonja Gerdes
Haferflockentraumbaum für Pferde, 2008
Scooter, Glasfaser, Pigment,
Haferflocken, Plastik-Pferde

Auch Timo Klöppel spielt in seiner Installation "Wo ist Russland" (2008) auf einen Dualismus an. Einerseits ist die innere Bewegung der Sehnsucht gemeint, indem der russische Kosmonaut Gargarin voller Sehnsucht aus dem Orbit heraus seine Heimat sucht. Andererseits ist die physische Bewegtheit implizit durch die Reise ins All. Wolfgang Fütterers Videoarbeit mit Bauchtanz, Friederike Hamanns bewegte Götterspeise und Cyrill Lachauers Fotoarbeit "Bussard" (2008) zeigen ebenso physische wie kulturell unterschiedliche Konzepte von Bewegung, in denen ethnisch, performative Rituale verarbeitet sind. Bezugnehmend auf Bewegung als performativen Akt transferieren Gabriel Rossell Santillàns atmosphärisch bewegtes Wasserdampfbild und Daniel Winklers Skulptur "Ushtrasanam - Borodubur" (2004) Material und Motiv in erweiterte Konzepte von Bewegung.

Wolfgang Fütterer, Wolfgang II. (Bauchtanz)’, 2008, Videoloop
Moritz Hirsch, Autofiction, 2004, FIAT, Videoinstallation ---> www.autofiction.net

 

 

Daniel Winkler
Ushtrasanam-Borobodur, 2004, Gips

Eröffnung
Samstag, 3. Januar 2009, 19 h

 

Ausstellungsdauer
3. Januar – 31. January 2009

 

Öffnungszeiten
Di – Sa | 12 – 18 Uhr

 

Adresse
WILDE GALLERY
Chausseestrasse 7
D-10115 Berlin
info@wilde-gallery.com
www.wilde-gallery.com

Friederike Hamann, Götterspeisung, 2007
Kunststoff, Motor, Götterspeise

 

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