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DIGITAL TWIST

von Johannes Zits

21. Februar - 15. März 2008

Performance: Donnerstag, 21. Februar 2008, ab 21 Uhr
Midissage: Freitag, 7. März 2008, ab 19 Uhr

 

 

Eine Show mit nackten Taten von Johannes Zits

Im Sommer 2006 wurde ein Amerikaner verhaftet, weil er nackt unter den Linden herumlief. Offensichtlich ist selbst auf den Straßen Berlins der Anblick eines entblößten Menschen derart inakzeptabel, dass die Polizei einschreiten muss. Dabei haben gerade die Berliner traditionell ein offenes Verhältnis zur Nacktheit, das in dieser Art im größten Teil der Welt nur schwer zu finden ist.Was aber, wenn der nackte Körper von einem Künstler genutzt wird, um zu necken, herauszufordern und zu provozieren? Die Aufregung dürfte sich in Grenzen halten und die Polizei ruft sicher niemand. Gibt es also eine Norm, die bestimmt, wann und wo man nackt sein darf und wann nicht?

Johannes Zits, "Scott Dancing", 15x70x70cm, Pigment-Prints, 2008

In der Performance "Digital Twist" nutzt Zits nackte Körper als Pinsel. Johannes Zits und vier weitere Personen spielen unbekleidet eine Partie Twister. Bis auf den Künstler werden alle von Kopf bis Fuß in unterschiedlichen Farben mit Körperfarbe angemalt. Zits Körper wird zur Leinwand und die Körper der anderen Spieler zu Pinseln. Im Laufe des Spiels überträgt jeder Spieler durch die zahlreichen körperlichen Berührungen Teile seiner Farbe auf Zits, der so, ursprünglich unbemalt, am Ende bemalt ist.

Johannes Zits, Installationsansicht, "From Above" no.1-4, je 50x40cm, Pigment-Prints, 2008

Im Ausstellungsteil wird der nackte Körper in einer Serie von manipulierten Bildern aus dem Internet gefeiert. Zits durchstöbert das Netz nach Bildern mit entblößten Menschen, deren Nacktheit gesellschaftlich unerwünscht und somit verboten ist. Zu sehen sind Flitzer, Exhibitionisten und Provokateure. Zits verändert die Fotos digital, indem er die natürlichen Verzerrungen verstärkt und übertreibt. Formalistische und minimalistisch-abstrakte Ideen werden über die ausgewählten Bilder gelegt. Das Ergebnis verbindet erfolgreich formalistische Ideale mit denen des Humanismus. "Traditionelle Darstellungen in den Medien benutzen die Digitalisierung um den nackten Körper zu zensieren oder ihn seiner Integrität zu berauben. Meine digitalen Bilder erhalten den menschlichen Körper in seiner reinen Nacktheit, während alles andere verzerrt und verschleiert wird. Die subversive Handlung des Nacktseins soll hervorgehoben werden und eine kritische Überlegung über den freien Willen des Individuums im Bezug auf seinen Körper in einem rigiden sozialen Rahmen anregen." Johannes Zits

Johannes Zits, Installationsansicht, Pigment-Prints, 2007

 

Johannes Zits kombiniert in seiner Arbeit digitale Bildwelten, Fotografie, Collage, Performance und Malerei. Sein Thema ist der menschliche Körper. Dabei lenkt Zits den Blick sowohl auf den herkömmlichen Bildherstellungsprozess, als auch auf die Art wie Bilder – durch die Massenmedien – verbreitet und konsumiert werden.
Johannes Zits schloss sein Kunststudium an der York University 1984 ab und hat seitdem national und international ausgestellt. Bis zum 7. März 2008 läuft eine Soloausstellung mit Höhepunkten seiner Werke aus vielen Disziplinen: WHARF, Centre D’Art Contemporain de Basse Normandie, Caen, France. Ab Mai präsentiert Zits eine neue Videoarbeit als Teil der Ausstellung „Il labirinto die Padella“ in Pollina, Sizilien.

 



Fotos der Performance "Digital Twist"  vom 21. Februar 2008 in der WILDE GALLERY (fotografiert von Ed Pien und Janna Witte)

 

 

 

Midisage
Freitag, 7. März 2008, ab 19 Uhr

 

Installationsansicht (Foto von Yvonne Wahl)

Ausstellung
21. Februar - 15. März 2008

Öffnungszeiten
Mi – Sa | 14 – 18 Uhr

 

Adresse
WILDE GALLERY
Chausseestrasse 7
D-10115 Berlin
info@wilde-gallery.com
www.wilde-gallery.com

 

 

 

 

 

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